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4. Reisebericht Antarktis 26.01.2012
Reiseroute: 4.400 km mit dem Expeditionsschiff
Das letzte große funktionierende Ökosystem unserer Erde ... die niedrigsten Temperaturen, die stärksten Stürme und natürlich Eis, Eis, Eis!
Uns fällt es schwer, für die einzigartige Antarktis, die richtigen Worte zu finden! Wir haben rund 4.000 Fotos und fast 5 Stunden Videoaufzeichnung gemacht!
Zunächst ging es durch den Beagle-Kanal in die berüchtigte Drake-Passage. Unser Schiff nahm die Wellen besser als so mancher Passagier. Auch wir ließen zeitweise die Mahlzeiten aus. Diverse Utensilien machten sich im Speisraum selbständig, doch die Küche und die Kellner meisterten ihren Job bei jedem Wellengang gut. Vom Außendeck und der Brücke konnten wir große Albatrosse und Sturmvögel beobachten. Die meiste Zeit verbringen sie auf dem Meer. Auf dem Weg zu unserem südlichsten Punkt purzelten die Temperaturen auf den Gefrierpunkt. Die relative lange Zeit (3 Tage) ohne Anlandung versuchte die Crew mit Vorträgen zu verkürzen.
Dann endlich die ersten Eisberge, Eisschollen und die ersten Bewohner Pinguine und Robben … TRAUMHAFT! Das Schiff kämpfte sich, knirschend und krachend, durch das Packeis bis rund 10 km vor unserem südlichsten Zielpunkt. Die Überquerung des Süd-Polar-Kreises. Das dichter werdende Eis veranlasste den Kapitän umzukehren. Mit einem weiten Umweg übers offene Meer wurde dann das Ziel morgens um 01.30 Uhr erreicht. S 66°33.9´ W 67°44.6´
Dann folgten sehr eindrucksvolle Tage mit Anlandungen und Fahrten mit den Motor-Schlauchbooten. Der wunderschönen Eislandschaft und den gut angepassten tierischen Bewohnern kamen wir so sehr nah. Auch etwas Flora gedeiht unter diesen widrigen Bedingungen. Die Tage sind im Sommer fast endlos.
Viele Esels- und Zügel- Pinguine sowie zwei Adelie-Pinguine sahen wir. Mit gebührendem Abstand wanderten wir durch die Kolonien. Immer beschäftigt mit der Aufzucht des Nachwuchses und bei der Verschönerung des Nestes ließen sich die Pinguine nicht von uns stören. Beim Nachbarn werden auch schon mal Steinchen geklaut und beim eigenen Nest angebaut. Teilweise in beeindruckender Höhe haben sich die lustigen Frackträger nieder gelassen.
Seeleoparden, Weddelrobben, Krabbenfresserrobben, Südliche See-Elefanten, Pelzrobben. Die Robben rasten gerne auf Eisschollen. Besonders der Seeleopard mit seinem großen, langgezogen Kopf beeindruckt uns.
Zwergwale und Buckelwale. Zwei neugierige Buckelwale kamen ganz nah ans Schiff, so dass wir sogar beim abblasen der Wale den gewöhnungsbedürftigen Duft riechen konnten. Faszinierend wie diese Schwergewichte mit bis zu 30 Tonnen sich im Wasser anscheinend leicht bewegen.
Albatrosse, Sturmvögel, Raubmöwen, Scheidenschnabel, Kormorane, Seeschwalben. Die großen Albatrosse haben eine Flügelspannweite bis zu 3,50m. Als Nahrungsmittel einiger Vögel dient teilweise auch der Pinguin-Nachwuchs. Mit List und Schnelligkeit machen sie ihre Beute. Bei starkem Wind zeigten sie uns ihre ganze Flugkunst.
Unter den wenigen Pflanzen sahen wir besonders gut die Flechten und Moose. Nicht marine Algen färben das Eis stellenweise gelb-grünlich oder rötlich.
Außerdem sind Forschungsstationen und historische Hinterlassenschaften von Wal- und Robbenfängern zu finden. Sogar ein kleines britisches Postamt wird für Touristen betrieben.
Viele Nationen versuchen ihren Anspruch auf die Schätze der Antarktis mit Niederlassungen zu festigen.
Für einige der internationalen Gäste war es der 7. Kontinent den sie besuchten, insbesondere die US-Amerikaner sehen Amerika zwei geteilt.
Auf dem Rückweg schaukelten wir mit bis zu 9 m hohen Wellen durch die Drake – Passage. Diesmal begleiteten uns auch Delfine und machen uns so den Abschied aus der Antarktis noch schwerer.
Wir nutzten das schöne Buch mit dem Titel Antarktis von Christian Walther. Argentinien, Ruta 3 am Atlantik auf dem Weg in den Norden, Tankstelle bei Piedra Buena, windgeschützter Übernachtungsstopp, starker Wind und Sonne bei 27°!
Der nächste Reisebericht folgt in ca. 3 Monaten, wir fahren entlang der Atlantikküste bis Puerto Deseado, danach quer durch Argentinien nach Chile auf die bekannte Carretera Austral.
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3. Reisebericht Argentinien Chile Feuerland 23.12.2011
Reiseroute: 6.400 km durch Arg Ruta 40, Abstecher nach Chile und Feuerland
Gesamt: 81.100 km davon in Südamerika 15.600
Übernachtungen: Meistens wild, wunderschöne einsame Plätze; in Stadtnähe lauter;
Grenze: kein Visa, der Aufenthalt von 3 Monaten kann ohne Einschränkungen durch die Aus + Einreise verlängert werden; teilweise strenge Lebensmittel-Kontrolle bei der Einreise nach Chile, rohe Produkte dürfen nicht eingeführt werden; in Argentinien wurden wir trotz ähnlicher Vorschriften bisher nie kontrolliert;
Straßenzustand: Teerstraßen, Pisten meistens gut, Ruta 40 lange Baustellen, schlechte Abschnitte;
Geld: in städtischen Bereichen und größeren Ortschaften ohne Probleme, an Geldautomaten teilweise Wartezeiten am Wochenende;
Preise und Versorgung: Dieselpreise in Chile 0,95€ im Schnitt, sehr gut verfügbar; Preise in Argentinien steigen für uns an, teilweise über 0,90€ auch aufgrund des schwächeren Euros, an der Ruta 40 ist ein längerer Abschnitt zwischen Esquel und El Calafate ohne gesicherte Versorgung, Eurodiesel nicht überall verfügbar;
Besonderheiten: Grenzübergang nach Chile, beim vor wenigen Monaten ausgebrochenen Vulkan Puyehue; wunderschöner Vulkan Osorno am Lago Llanquihue; geschäftige Hafenstadt Puerto Montt und verträumte Fischerdörfer; Argentinien entlang der Ruta 40, Nationalpark Los Alerces, uralte Handabdrücke, mächtiger Fitz Roy, beeindruckender Perito Moreno Gletscher; Chiles Wanderparadies Torres del Paine und bis zum Ende des amerikanischen Kontinents; einzigartiges Land des Feuers – Tierra del Fuego;
Neuer KAT und neue Scheibe; 3 tägige Zwangspause an der Ruta 40; Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Ersatzteilen;
Nochmals durch das schöne Chubut–Tal überquerten wir die Grenze nach Chile, beim vor wenigen Monaten ausgebrochenen Vulkan Puyuhue. Immer noch kämpfen die Ortschaften auf argentinischer Seite mit der riesigen Menge Asche. Insbesondere in Angostura sahen wir im 5 Minuten Takt wie LKWs die Asche – Berge abtransportierten. Bei Regen und Wind aus Westen kommen die kleinen Partikel zu Boden. Auf chilenischer Seite ist kaum etwas von dem Ausbruch, von der Asche zu sehen. Ohne Probleme, allerdings wieder mit der üblichen Lebensmittelkontrolle reisten wir auf chilenischer Seite, vorbei an blühenden Tulpenfeldern, über Entre Lagos bis nach Las Cascadas. Bei unserer späteren Rückreise über die gleiche Strecke konnten wir einige Blicke auf die immer noch vorhandenen Ascheausstöße erhaschen.
Zwischen dem wunderschönen Vulkan Osorno und dem See Llanquihue übernachteten wir direkt am Strand. Die Bewohnerin eines kleinen Häuschens direkt auf der anderen Seite begrüßte uns sehr herzlich. Sie wollten wissen woher wir kommen und wie lange wir bleiben. Julietta heißt sie, kennt viele Deutsche die in der näheren Umgebung des Sees leben. Sie erklärte uns welche Sehenswürdigkeiten in der Nähe sind. Bei unserer Frage, ob sie keine Angst vor dem Ausbruch des Osorno hat, lachte sie nur und sagte … der Wind weht immer aus Westen … also fliegt die Asche weg von ihrem Haus. Außerdem würde sie gerne einen Vulkanausbruch hautnah mit erleben, wir übrigens auch. 2 Tage verbrachten wir am See mit herrlichem Blick auf die kegelförmige Schönheit. Dirk versuchte stundenlang einen winzigen Kolibri zu fotografieren der in den Blüten herum flatterte. Unsere weitere Fahrt führte uns auf 1.200m hoch, an den 2.600m hohen Vulkan heran. Kleine erloschene Krater besichtigten wir. Ein wunderschöner Blick auf den See und den zum greifen nahen Osorno. Starker Wind verkürzte unsere Aufenthaltsdauer und wir fuhren weiter südöstlich des Sees bis Puerto Varas. Unterwegs stehen viele Schilder auf denen „Kuchen“ oder auch „Leberwurst“ angeboten wird. Schmucke kleine und große Häuser mit blühenden Gärten. Viele Touristenunterkünfte haben Deutsche Namen.
In der geschäftigen Hafenstadt Puerto Montt machten wir einige Besorgungen. Erkundigten uns insbesondere auch nach den Fähren da wir noch nicht entschieden hatten wie unsere Fahrt nach der MAN-Reparatur weiter Richtung Süden gehen sollte. Eine gute und reizvolle Verbindung ist über die kleine Insel Chiloe möglich. Die Auskünfte über die tatsächliche Einfahrtshöhe (3,85m) auf die Fähre zwischen Quellon und Chaiten machten unserem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung. Da wir noch etwas Zeit bis zum Reparatur – Termin hatten besuchten wir die kleinen Fischerdörfer Calbuco, Maullin und Pangal – Bahia Maullin. In Calbuco besuchten wir samstags den bunten Markt. Regionales, Fisch und Haushaltsartikel werden angeboten. Außerdem besichtigten wir die schöne Holzkirche. Auf der anderen Seite des Dorfs übernachteten wir am Strand und beobachteten den Regen Bootsverkehr auf die vielen Inseln. Ein Einheimischer sprach uns an und wollte uns mit auf eine der kleinen Inseln nehmen. Aufgrund unseres Termins mussten wir diesmal das Angebot ausschlagen. Hauptgeschäft der Fischer sind Königskrabben. Hohe Preise werden in Santiago und natürlich weltweit dafür bezahlt. Weiter nach Maullin, ein noch kleineres Dorf, abseits der Touristenwege. Im Dorf winken uns die Menschen freundlich zu und bestaunen unser Gefährt. Wir fuhren weiter Richtung Pazifik ausgeschildert als Pangal und Bahia Maullin. Dort direkt am sehr langen Strand hatten wir einen wunderschönen Blick auf die Bucht, die Klippen und den Golfo Coronados. Abends wurden Muscheln am Strand von kleinen Booten auf Pickups geladen. Wir sahen viele Vögel und früh morgens auch Weißbauchdelfine - Chilean Dolphin. Nur wenige Meter vom Strand entfernt jagten sie. Geweckt wurden wir von den vorbei tuckernden Fischerbooten.
Nach unserem Reparatur Termin für unseren MAN ging es zurück nach Argentinien entlang der Ruta 40 in den Süden. Zunächst durch den schönen Nationalpark Los Alerces. Am Lago Rivadavia legten wir einen Übernachtungsstopp ein. Aufgrund der schwülen Hitze nahmen wir ein (sehr kurzes) Bad im eiskalten See Wasser. Nach einigen kleinen Wanderungen und einer weiteren Übernachtung kamen wir nach Esquel. Die Stadt bietet u.a. vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und mehrere Tankstellen. Hier trafen wir zum ersten Mal auf Peter und seinem Bruder Edi unterwegs mit einem Steyr – Mobil. Er gab uns einen Tipp über Corcovado zu fahren. Es liegt landschaftlich sehr schön und ist abseits der normalen Route. Zurück auf der Ruta 40 sahen wir kleine Lagunen mit vielen Vögeln, sogar Flamingos. Die weite Pampa Landschaft ist geprägt von niedrigen Büschen, die vor dem ständigen Wind in Deckung gehen. Größere Bäume sind nur an Flussläufen zu finden. Der Verkehr wird immer spärlicher und die Ortschaften sind verschlafen. Unser nächstes Ziel ist die Höhle der Hände, Cueva de las Manos. Wir durchquerten zunächst die Schlucht des in wunderschöner Landschaft liegenden Rio Pinturas auf einer neuen Piste. Verschiedenfarbige Negativ-Abdrücke von Handflächen und Tierzeichnungen sind zu sehen. Die von indianischen Ureinwohnern zurück gelassenen Nachweise sind viele tausend Jahren alt. Die Farben sollen hauptsächlich mit Steinmehl und Blut hergestellt worden sein. Anschließend wurden Sie mit dem Mund über die Hände gesprüht. Interessant sind ein Abdruck mit 6 Fingern und die Tierdarstellungen. In der Umgebung sahen wir viele Guanakos und Nandus.
Unser Abstecher von der Ruta 40 zum Nationalpark Perito Moreno klappte leider nicht. Nach rund 35 km müssen wir aufgrund der nächtlichen Regenfälle umkehren. Die rötliche Erd-Piste ist zu rutschig für unsere stark abgefahrenen Reifen. Unterwegs retteten wir ein Guanako, dies hatte sich verfangen. Vorsichtig um keine Ladung Spucke aus dem Maul ab zu bekommen entfernten wir den Zaun. Am Lago Cardiel machten wir dann einen Übernachtungsstopp. Wunderschöne farbige Steine und eine herrliche Landschaft im Sonnen-Wolken-Mix präsentierten sich uns. Bei der Anfahrt nach Chalten sahen wir schon den 3.400m hohen markanten Fitz Roy. Ein Ziel für Bergsteiger und Touristen aus aller Welt. Auf dem Lago Vidma mit seinem Gletscher treibt in größerer Entfernung ein bläulich schimmernder Eiswürfel. Bei recht gutem Wetter unternahmen wir eine Wanderung zur Laguna Capri in die Nähe des Bergmassivs. Sehr nah konnten wir einen großen Specht mit rotem Kopf beobachten. Kondore sahen wir hoch am Himmel.
El Calafate liegt am Lago Argentino einem großen Gletschersee der Anden. Weißtrüb, grün-bläulich schimmernd der See im Sonnenlicht. Hier ist eine Hochburg des Tourismus. Das Ziel sind vorwiegend die Gletscher des Parks Los Glaciares. Wir nutzten das reichhaltige Restaurant-Angebot um das berühmte patagonische Lamm vom Holzgrill zu probieren. Natürlich war auch unser Ziel der berühmte Gletscher Perito Moreno. Eine gigantische Eismasse präsentierte sich uns, je nach Sonnenstand in bläulichen Farben. Viele Touristen warteten ebenso wie wir auf einen Abbruch eines Eisbrockens. Leider bekommen wir dieses Natur-Schauspiel nicht vollständig zu sehen. Viele Stunden verbleiben wir gebannt vom Anblick des riesigen Gletschers vor Ort. Wir treffen auch wieder auf Edi und Peter mit Luna, einer lieben Schäferhündin. Wir verbringen gemeinsam einige schöne Stunden beim Eis und beim abendlichen Wein. Die Drei hoffen wir im nächsten Jahr, auf unserer Reise in den Norden wieder zu treffen. Auf einem Parkplatz im Park übernachten wir und besuchten am nächsten Morgen nochmals den Gletscher. Nachts hörten wir das Grollen der abbrechenden Eisstücke und bestaunten dann am nächsten Morgen die neuen Anblicke. Sehr schön ist auch der nahegelegen See Roca.
Chiles Wanderparadies Torres del Paine war unser nächstes Ziel, über den kleinen Grenzübergang Cerro Castillo erreichten wir direkt die Laguna Azul. Auf und Ab geht die Piste an die Laguna. Unterwegs sahen wir viele Guanakos und Nandus. Sogar ein Neugeborenes Guanako mit den Resten der Fruchtblase entdeckten wir. Außerdem schrecken mächtige Kondore vor uns auf und fliegen davon. Direkt an der Piste hatten sie sich an einem Kadaver zu schaffen gemacht. Besonderes Interesse galt dem Hinweis eines Reisenden, dass ein Puma an der Laguna Azul sein soll. Leider fanden wir nur die Tatzenabdrücke. Die Umgebung ist sehr schön und war nicht sehr stark von Touristen frequentiert. Auf unserem Weg in das Zentrum des Parks sehen wir noch eine Fuchsfamilie, der Nachwuchs ist sehr Neugierig und macht die ersten kleinen Ausflüge. Leider haben wir Pech mit dem Wetter. Starke Windböen, viel Regen und schlechte Sicht begleiten unseren Aufenthalt. An einer Bootsanlegestelle übernachten wir und fühlen uns selbst wie auf einem Boot. Unser Mobil bekommt abwechselnd von allen Seiten heftige Böen ab. Der Regen und das aufgewirbelte Wasser des Sees fliegen wie eine Wasser-Wand auf uns zu. Die Nacht war somit kurz und wir flüchten uns am nächsten Tag bei etwa gleichen Wetterbedingungen an einen geschützteren Platz. Etwas besser ist das Wetter dann am Lago Grey mit seinem gleichnamigen Gletscher. Bei einer Wanderung bestaunen wir die schönen Eisformationen auf dem See. Im nächsten Jahr besuchen wir den Torres del Paine bei hoffentlich besserem Wetter nochmals.
Über eine Piste durch schöne Landschaft erreichten wir die kleine Hafenstadt Puerto Natales. Wir genossen einen herrlichen Sonnenuntergang direkt am Fjord Ultima Esperanza. Eine alte Mole wird von Kormoranen genutzt. Puerto Natales ist auch Ausgangspunkt für einige Schiffstouren, so zum Beispiel kann mit in 3-4 Tagen durch Fjorde nach Puerto Montt fahren.
Über die Ruta 9 mit einem Abstecher über Rio Verde erreichten wir Punta Arenas direkt an der berühmten Magellanstraße. In der südlichsten Kontinentalstadt der Welt machten wir einen Stadtbummel, besuchten die große Plaza und den Friedhof. Auch Deutsche Namen sind zu finden, so gibt es Beispielsweise ein gemeinsames Grab der Deutschen Krankenkasse. Schöne Ausblicke erschließen sich oberhalb der Stadt. Die sogenannte Zona Franca bietet für uns keine preisgünstigen Schnäppchen. Auch einige Kreuzfahrtschiffe legen hier an, außerdem geht es mit der Fähre nach Porvenir auf Feuerland – Chile. Genau das hatten auch Michele und Kudi vor, unsere Freunde von Valdes. Diese überraschten wir am Abend bevor sie mit der Fähre nach Feuerland fuhren. Bevor wir auf das Land des Feuers wollten, machten wir noch einen Abstecher zum Hungerhafen Puerto del Hambre und wollten möglichst nahe an das Ende des amerikanischen Kontinents. Auf der Suche nach der Durchfahrt um 1583 vom Antlantik zum Pacifik verhungerten hier viele tausend Seefahrer. Am Denkmal von Charles Darwin übernachteten wir. Am nächsten Tag wollten wir möglichst weit in den Süden vordringen. Doch an einer engen Stelle direkt am Strand bricht unser Mobil seitlich weg … zu schwer, zu eng … wir mussten etwas buddeln und ließen Luft aus den Reifen. Nach gelungener Rettung entschieden wir uns umzukehren.
Zurück in Punta Arenas nehmen wir die Fähre nach Porvenir. Eine herrliche, sonnige 2,5 stündige Fährfahrt über die berühmte Magellanstraße. Sogar Delfine Dolphin austral sehen wir springen. Bei der Ausfahrt hatten wir noch einen schönen Blick auf das Festland und freuten uns natürlich auf Feuerland. Charles Darwin träumte damals schon von den sturmumtosten Inseln, Schiffbrüchen Gefahr und Tod. Einzigartiges Land des Feuers – Tierra del Fuego. Porvenir empfängt uns im Sonnenschein mit bunten Häuschen. Über eine schöne küstennahe Piste fahren wir Richtung Onaisin entlang der Bucht Bahia Inutil. Königspinguine sind eigentlich nicht auf Feuerland zu finden. Doch es gibt eine kleine Kolonie die wir besuchen konnten. Über 20 dieser schönen Tiere sind ganz einfach zu erreichen. Wir können gemeinsam mit einem Biologen die Gruppe aus nächster Nähe beobachten. Es war ein außergewöhnlich schönes Erlebnis für uns. Unser nächstes Ziel war der Lago Blanco und das Valle de Castor, Tal der Biber. Das Wetter wechselte rasch, so übernachteten wir auf dem Weg zum Lago Blanco an einem Biberdamm und gingen auf Entdeckungstour. Leider keine Biber allerdings sahen wir Papageien in unmittelbarer Nähe. Am nächsten Tag fuhren wir dann über eine üble Piste durch das Valle de Castor. Wunderschöne Ausblicke auf die toten Bäume und die Bauwerke der Biber. Leider wieder keine Biber. An einer Holzfäller Siedlung kehrten wir um und übernachteten am Lago Blanco.
Nun machten wir uns auf den Weg den argentinischen Teil Feuerlands zu erkunden … einen Stopp legten wir am Rio Chico ein. Hier hatten wir nicht mit Bibern gerechnet … doch unmittelbar am Fluss waren am Abend 2 große Tiere zu sehen. Außergewöhnlich groß … Grund ist die Nahrungsumstellung da nicht mehr genug frisches Holz vorhanden ist fressen sie jetzt Gras … haben dadurch einen geringeren Kalorienverbrauch.
Die Grenze nach Argentiniens Tierra del Fuego überquerten wir bei San Sebastian. Die nächste größere Stadt ist Rio Grande. Dort erledigten wir unsere Einkäufe und trafen Michele und Kudi. Gemeinsam machten wir am nächsten Tag eine schöne Tour auf der Ruta a – bis in die Nähe der Estanzia San Pablo. Bei einer Wanderung zum nahen Leuchtturm hatten wir einen tollen Blick auf die Küste, ein Schiffswrack und das umliegende Land. Außerdem sahen wir Füchse und scheue Biber. Weiter ging es über Tolhuin zum Lago Fagnano. In Tolhuin ist eine Panateria der Treffpunkt vieler Reisenden. Dort am Lago Fagnano können wir Albatrosse beim Flug beobachten. Schöne Wanderungen unternahmen wir auch bei unseren nächsten Stationen. Der Flussmündung des Valdez, Laguna Margarita und Laguna Bombilla alle nahe des Lago Fagnano. Am versteckten See Escondido übernachteten wir bei der geschlossenen Hosteria Petrel. Der nette Wachmann hat sich einen Weihnachtsbaum geschmückt und erzählt uns, dass die Präsidentin Kirchner zwischenzeitlich Eigentümerin der Hosteria ist. Bald soll sie neu eröffnet werden oder vielleicht doch erst einigen Jahren … ganz sicher war er sich nicht.
Nächstes Ziel war die bekannte Estanzia Haberton, dort gibt es schöne Übernachtungsplätze und eine schöne Rute direkt am Beagle Kanal. Herrliche Ausblicke auf die Ausläufer der Anden und die kleinen Inseln. Auch seltene Gänse konnten wir beobachten. Bei der Führung durch die Estanzia bekommen wir in einem lustigen spanischen-englischen Mischmasch nur einen Teil der Geschichte mit. Glücklicherweise hatten wir schon selbst Infos. Außerdem schauten wir uns im kleinen Museum die Skelette von verschiedenen Meeresbewohnern an.
Ushuaia und der Nationalpark Tierra del Fuego, sind die südlichsten Ziele mit unserem Mobil. Ab hier geht es nur noch mit dem Schiff weiter in den Süden. Die Hafenstadt gefällt uns gut, insbesondere die ankommenden Schiffe interessieren uns. Wir übernachten zweitweise direkt am Hafen. Große Kreuzfahrt- und Containerschiffe sowie kleinere Expeditionsboote legen hier an. Umrahmt von den Bergen, die auch im Sommer teilweise verschneit sind liegt die Stadt in einer schönen Bucht. Die Stadt am Beagle Kanal ist der Ausgangspunkt für Antarktis – Fahrten. Einen guten Überblick hat man von der Straße zum Gletscher Martial. Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten gibt es unzählige. Reisende aus aller Welt treffen sich hier in der Stadt … hier ist das Ziel für so manchen Reisenden aus Alaska erreicht. Im naheliegenden Nationalpark verbringen wir die Weihnachtstage. Wir unternehmen einige schöne Wanderungen durch den Park. Insbesondere der Ausblick auf die Bahia Lapataia gefällt uns gut. Über Sylvester besuchen uns Gerwin und Tuomas in Ushuaia … darauf freuen wir uns besonders.
Neuer KAT, neue Scheibe und 3 tägige Zwangspause an der Ruta 40 … ein Tag später als geplant wurde unser KAT in Puerto Montt ausgetauscht … ein Mitarbeiter in Santiago hatte zwar den Termin bestätigt allerdings vergessen die Teile nach Puerto Montt zu senden. Dank der Hilfe von MAN-München wurde ein nächtlicher Transport (1.000km) organisiert. Die Mechaniker waren anscheinend nicht ganz ausgeschlafen ans Werk gegangen, nach nur wenigen Tagen blieb unser Mobil an der Ruta 40 liegen. Ein Kabel wurde nicht korrekt festgezogen. Nach 3 Tagen und vielen Telefonaten wurden die Mechaniker dann eingeflogen. Mehrere hilfsbereite Menschen stoppten bei uns und fragten ob sie helfen können … eine sehr schöne Erfahrung.
Verfügbarkeit von Produkten, erstaunlich für uns, wie auch schon in Afrika ist die Teileverfügbarkeit … ob altes Mobil oder neues Fahrzeug fast alle Reisenden die wir trafen hatten schon mal dieses Problem. Man kann gut vorbereitet auf die Reise gehen irgendwann erwischt es einen. Oft ist das Problem die Sachen durch den Zoll des jeweiligen Import-Landes zu bekommen. Entweder zahlt man hohen Einfuhrzoll oder bekommt die Sachen nicht durch. Wir versuchen immer noch Michelin Reifen zu bekommen und haben noch keine abschließende Lösung gefunden … gleiches gilt für die Zuverlässigkeit, dass eine Bestellung auch ausgeführt wird. Trotz freundlicher Zusagen persönlich oder per email passiert nichts … trotz mehrfacher Nachfrage keinerlei Reaktion … aber die Hoffnung stirbt zum Schluss.
Nationalpark Tierra del Fuego, Laguna Verde 23.12.2011
Weiße Weihnachtsgrüße mit leicht verschneiten Bergen im Feuerland-Sommer
Sonne-Wolken Mix mit Windböen nachts 8° tags 14°
die Tage sind jetzt sehr lange …
Sonnenaufgang ist vor 05.00 Uhr Untergang nach 22.00 Uhr
Der nächste Reisebericht folgt in ca. 1 Monat, dann waren am südlichsten Punkt unserer Reise und haben den Polarkreis überquert.
Wir wünschen allen Freunden ein schönes und erlebnisreiches Jahr 2012!
Hasta luego!
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2. Reisebericht Chile und Argentinien 07.10.2011
Reiseroute: 5.000 km durch Chile und nördliches Patagonien in Argentinien Gesamt: 74.700 km davon in Südamerika 9.200 Übernachtungen: Chile, in Mittelchile etwas schwieriger da höhere Bevölkerungsdichte, am Meer und an den Anden ohne Probleme auch wild, Übernachtungen an den großen Truck-Stopps der Panamericana (PanAm) möglich Grenze: kein Visa, der Aufenthalt von 3 Monaten kann ohne Einschränkungen durch die Aus + Einreise verlängert werden; strenge Lebensmittel-Kontrolle, rohe Produkte dürfen nicht eingeführt werden; Straßenzustand: Chile Teerstraßen gut, Nebenstraßen Erd- oder Steinpisten gut wenn trocken, PanAm ist gut ausgebaut allerdings Maut pflichtig; Geld: Chile Peso; Bargeldversorgung ohne Probleme in allen Städten, teilweise auch in Supermärkten; Kreditkarten werden akzeptiert; Preise und Versorgung: Dieselpreise in Chile 0,90€ im Schnitt, sehr gut verfügbar; sehr gute Rotweine; sehr gute Fisch- und Meeresfrüchteauswahl; deutsche Produkte in kleinerer Auswahl vorhanden; Obst- und Gemüseauswahl sehr gut; Preise für Lebensmittel im Schnitt 10% höher als in Argentinien; Besonderheiten: Grenzübergang beim Acancagua höchster Berg in Amerika; Mittelchile, gut entwickelte Infrastruktur; moderne Städte; südliches Mittelchile, einsame und schöne Küstenstrecke, tolle Vulcan- und Seenlandschaft; wilde Gebiete an den Anden; Nördliches Patagonien in Argentinien: ebenso schöne Vulcane und Seen; Region Chubut mit der einzigartigen Peninsula Valdés; Defekter Katalysator und Einbruch in unser Mobil;
Grenzübergang beim Aconcagua mit über 6.900 m dem höchsten Berg Amerikas, trotz des vielen Verkehrs wählten wir diese Strecke. Aufgrund der winterlichen Wetters waren die anderen Grenzübergänge teilweise geschlossen. Meterhoch türmte sich der Schnee an den Straßenrändern. Zunächst besuchten wir den sehr interessanten Puente del Inca auf etwa 2.700 m Höhe. Den Namen bekam dieser Platz aufgrund einer Vermutung, dass die Inkas in diese Region vorgedrungen seien. Es ist ein Bogen der sich durch Erosion bildete. Rötlich-gelb färbte sich das Gestein aufgrund der schwefelhaltigen Quelle. Das Badehaus wurde bei einem Erdrusch verschüttet. Unterwegs erhaschten wir einige kurze Blicke auf den Gipfel, der jährlich auch Ziel von vielen tausend Bergsteigern ist. Vorsicht war bei dieser Strecke aufgrund der rasenden, tonnenschweren LKWs geboten, die unter hohem Termindruck in den Stau an der Grenze rasten. Mehrere Kilometer vor der eigentlichen Station überholten wir die lange Schlange der Brummis. Die Abfertigung wurde auf chilenischer Seite nach dem Tunnel durchgeführt. Ein ziemliches Durcheinander erwartete uns. Die einzelnen Abfertigungsschalter waren kaum zu erkennen. Trotzdem meisterten wir den Papierkrieg bis zur Lebensmittelkontrolle recht schnell. Von dieser intensiven Kontrolle hatten wir schon vorher gehört. Leider waren sowohl die Angaben im Reiseführer als auch die Tipps von anderen Reisenden nicht ganz richtig. Zum Schutz der eigenen landwirtschaftlichen Produkte dürfen keinerlei rohe Lebensmittel nach Chile eingeführt werden. Zunächst mussten wir ein Formular ausfüllen, hier bestätigten wir, dass wir verbotene Produkte dabei haben. Dann wurde das Fahrzeug genauestens untersucht. Wir übergaben dem Kontrolleur eine Zwiebel, ein rohes Ei, rohen Schinken … Neu für uns war, dass auch tiefgefrorene und Vakuum verpackte, rohe Lebensmittel nicht eingeführt werden dürfen. So wurde auch ein Kilo Hackfleisch beschlagnahmt … unsere gut gefüllte Gefriertruhe entging nur knapp der Entdeckung. Erleichtert konnten wir nach 2 ½ Stunden unsere Reise, vorbei am bekannten Skiort Portillo, fortsetzen. Mittelchile, unser erstes Ziel lag am Pazifik, Vina del Mar und Valparaíso. Uns überraschte der bereits ausgebrochene Frühling, nach dem es jenseits der Anden und in den Anden noch so viel Schnee gab. Überrascht waren wir auch von diesen modernen Städten. In Valparaíso schauten wir uns bei der Durchfahrt die Schrägaufzüge an, diese fahren seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Hügel der Hafenstadt hinauf. Außerdem ist die Kombination der alten bunten Häuschen mit den modernen Hochbauten interessant. Bei der Küstenwache Armada de Chile übernachteten wir auf einem Aussichtsparkplatz direkt über dem Meer. Delfine, Robben und Pelikane konnten wir beobachten. Bei einem Abstieg in die Klippen fanden wir blühende, bunte Blumen und Kakteen. Soweit möglich fuhren wir am Meer entlang, südlich bis El Tabo. Dort übernachten wir am öffentlichen Strand. Leider wurde beim Bau der Ferienwohnungen nicht auf die Optik geachtet. Auch die Holzwirtschaft ist stark, so dass wir ziemlich enttäuscht weiter nach San Antonio fuhren. Eine Ausnahme ist der kleine idyllische Ort Las Cruces, hier sind noch verwinkelte Gassen, Fischerhäuschen und ein kleiner Hafen erhalten. Auf dem Fischmarkt in San Antonio betrachteten wir die Vielfalt des Meeres. Interesse auf einen Happen haben auch die großen Mähnenrobben und Pelikane. Weiter nach Santiago, dass wirtschaftliche Zentrum von Chile. Unterwegs kamen uns viele Fahrzeuge entgegen, alle wollten an den Pazifik … am nächsten Tag war Feiertag. Wir nutzen die Gunst der Stunde und besuchten am nächsten Tag den Mercado Central. Eine unglaubliche Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchte erwartete uns. In den Buden und Restaurants wurde alles auch zum direkten Verzehr angeboten. Köstlich aber touristisch teuer. Die Spezialität ist die Königskrabbe, für rund 70,--€ pro Stück nicht gerade ein billiges Essvergnügen. Da alle Versorgungswege in Chile über Santiago laufen, versuchten wir vergeblich neue Reifen von Michelin zu bestellen und unsere Probleme mit dem Katalysator zu beheben. Auf der PanAm fuhren wir mit Abstechern in ländliche Gebiete bis Talca. Der Unterschied zwischen dem modernen und dem ländlichen Chile ist gewaltig. Nur wenige Kilometer abseits der Zentren sind anstatt der großen Agrarbetriebe kleine Parzellen für Selbstversorger. Südliches Mittelchile, nach einer Übernachtung am kleinen Fischereihafen in Constitución fuhren wir die zum Teil schöne Küstenstraße Richtung Süden. Tolle, zerklüfteten Klippen und ein kleiner Hafen. Die kleinen Boote werden mit dem Kran aus dem Wasser gehoben. Die Verarbeitung des Fangs konnten wir hautnah beobachten. Unterwegs nach Süden machen wir Abstecher nach Loanco. Dort auf einer kleinen Insel, etwas entfernt, gibt es eine Seelöwenkolonie. In Curanipe übernachteten wir am schönen schwarzen Sandstrand. Störend ist die Holzwirtschaft in der küstennahen Region. Kiefernplantagen soweit das Auge reicht und viel Transportverkehr. Weiter südlich befuhren wir eine Erd-Piste entlang des Pazifiks. Tolle Ausblicke hatten wir bei der Berg und Talfahrt auf die Klippen. Zurück über die PanAm, vorbei an den kleinen Wasserfällen Salto de Laja und Los Angeles fuhren wir bis nach Curacautin. Hier beginnt die Vulcan- und Seelandschaft oder auch genannt der kleine Süden. Eine der Hauptattraktionen in Chile. Leider hatten wir mit dem Wetter Pech. Nebel und Regen außerdem lag noch viel Schnee. Trotzdem konnten wir schon die Schönheit der Region erahnen. Die Zufahrt zum Vulcan Llaima war leider gesperrt. An einem sonnigen Tag machten wir einen Ausflug zum kleineren Vulcan Lonquimay mit einem Skigebiet. Einzigartige Ausblicke auf den schneebedeckten Vulcan und den schönen Araukarien-Bäumen. Weiter in die Anden wollten wir noch eine Rundfahrt durch die sehr wilde Anden-Region am Paso Pino Hachado und Paso de Icalma machen. Ab Icalma war allerdings zu viel Schnee. Über Temuco an der PanAm fuhren wir dann weiter nach Villarrica mit seinem gleichnamigen Vulcan und See. Leider hatten wir auch hier, sowie im benachbarten Pucòn Pech mit dem Wetter. Viele Deutsche Auswanderer leben in dieser Region und haben sich etabliert. Da die Wetter-Vorhersage keine Besserung ankündigte, beschlossen wir die Anden-Seite zu wechseln. In einer naheliegenden Therme wärmten wir uns nochmals auf bevor wir den Paso Mamuil Malal (auch Tromén genannt) überquerten. Und wir hatten Glück, für einige Stunden Sonne. Aus einiger Entfernung sahen wir zum Abschied den Vulcan Villarica auf der chilenischen Seite und den Vulcan Lanin auf argentinischer Seite. Vorbei am letzten Dorf mit indigener Bevölkerung fuhren diese wunderschöne Strecke mit Araukarien, blau-grünen Lagunen und schneebedeckten Bergen. Eine kleine Entschädigung für die letzten Schlecht-Wetter-Tage. Fast alleine überquerten wir den Pass und meisterten problemlos den Grenzübergang. Die Zöllner interessieren sich diesmal nicht für den Inhalt unseres Mobils. Nördliches Patagonien, unsere erste Station in Argentinien war Junin de los Andes. Nach einer Übernachtung besuchten wir noch den Lanin-See mit Ausblick auf den Vulcan. Eine schlechte Piste führt bis zum Nationalpark-Eingang. Da die Informationen bezüglich des weiteren Streckenzustandes sehr ungenau und zweifelhaft waren, beschlossen wir umzukehren. Weiter Richtung Süden über die Straße Ruta de los Siete Lagos (Straße der Sieben Seen). Bei schönen Wetter sicherlich ein einmaliges Erlebnis. Bäche, Wälder und Seen. Die Strecke ist zum Teil schon geteert. Ein Teil ist noch Erdstrecke und diese war bei nassem Wetter sehr rutschig. Übernachtet hatten wir am Fluss Traful mitten im Park Nahuel Huapi. Unterwegs sahen bereits schon die Reste der Vulcan Asche des vor einigen Monaten sehr aktiven Vulcan Puyehue. Am nächsten Morgen waren wir eingeschneit. Rund 10 cm Neuschnee. Trotz des Schnees kamen wir gut voran. Immer wieder schöne Ausblicke auf die tiefgrünen Bergseen und umliegenden schneebedeckten Berghänge. Unterwegs große Asche-Berge. Verzweifelte Versuche die Asche zu entfernen. Teilweise wurden kleine Täler bei den Räumarbeiten zugeschüttet. Die Auswirkungen waren insbesondere in dem bekannten Ferienort Villa La Angostura noch zu sehen. Selbst auf unserem Mobil konnten wir die noch die Aschepartikel sehen. Am Nahuel Huapi See übernachteten wir bei starkem Wind und einem tollen, dramatischen Wolkenhimmel. Die touristische Hochburg ist San Carlos de Bariloche, wunderschön am See gelegen mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Die kleine Rundfahrt führte uns durch Teile des Nationalparks. Auch hier sind viele deutsche Auswanderer geschäftlich aktiv. So findet man schon mal Spätzle mit Gulasch auf einer Werbetafel in Deutsch geschrieben. Viele Busse beförderten Touristen in die naheliegende Umgebung. Wir fuhren weiter, vorbei am Skigebiet, dann durch eine schöne Seenlandschaft am Rand der Anden, über die Ruta 40 nach El Bolson. Condore konnten wir beim kreisen am Himmel beobachten. Ab El Bolson Richtung Süden gibt es einige Vergünstigungen, Entwicklungshilfe für Patagonien. So kostet z.B. Dieselkraftstoff ca. 10% weniger. Region Chubut, vorbei an Esquel und Tecka ging es dann durch die sehr einsame Region am Chubut-Fluss. Unterwegs übernachteten wir einfach an der Straße, an einer Lagune mit Flamingos. Außerdem sahen wir sehr schöne Felsformationen, vergleichbar mit Südafrika am Blyde River Canyon. Wenige staubige Ortschaften sind auf 500 km verteilt. Die Strecke wird kaum befahren und bietet eine unendliche Weite. Hier fanden wir das Patagonien mit niedrigen Büschen und Sträuchern, wie im Bilderbuch. Natürlich auch die immer währenden Winde fegen oft mit hohen Geschwindigkeiten über das Land. Der Chubut-Fluss brachte dann eine weitere Abwechslung. Eine wunderschöne Flusslandschaft mit grünen, großen Bäumen. Die erste größere Stadt ist dann Trelew an der viel befahrenen Ruta 3. Weiter nach Puerto Madryn, dem Ausgangspunkt für die Halbinsel Peninsula Valdés. Ca. 10 km außerhalb der Stadt übernachteten wir und sahen gleich bei der Ankunft unsere ersten Wale … sogar einen springenden Wal. Da es auf der Insel nur sehr eingeschränkte Einkaufsmöglichkeiten gibt füllten wir die Vorräte auf. Leider hatten wir dabei Pech, direkt vor dem Supermarkt wurde unsere Beifahrer-Seitenscheibe mit einem Stein eingeschlagen. Der Dieb konnte aufgrund unserer Sicherheitsvorkehrungen nur ein altes Fernglas mitnehmen. Er hatte allerdings auch nicht lange Zeit, ein Sicherheitsmitarbeiter des Marktes bemerkte ihn und alarmierte die Polizei. Gemeinsam schnappten sie den Täter … das Fernglas erhielten wir zurück … allerdings blieb der Schaden, den Geld hatte er natürlich nicht. Der Schreck war groß … dennoch kann dies natürlich überall auf der Welt passieren. Notdürftig hatten wir dann eine Plexiglas-Scheibe angeklebt. Danach setzten wir unseren Weg nach Valdés fort. Zunächst übernachteten wir in dem kleinen Ort Pirámide direkt am Hafen. Hier lebten die Menschen von den Touristen, die zur Walbeobachtung kommen. Mit modernen Booten wurden diese in die Nähe der Schwergewichte gebracht. Die Halbinsel bot sehr viele Ausflugsmöglichkeiten, wir fuhren bis Punta Norte, dort beobachteten wir die Seeelefanten und einen stolzen Seelöwen mit einer goldenen Mähne. Außerdem sahen wir unterwegs viele Guanakos und ein putziges Gürteltier spazierte direkt am Besucherparkplatz herum. Mit Glück sieht man auch die Orcas. Die Beste Jahreszeit ist allerdings von Januar bis April. Weiter ging es zur Caleta Valdés. Dort gibt es eine Pinguin-Kolonie, die lustigen Vögel kommen zur Paarung hier her. Es war toll aus nächster Nähe die Frackträger zu beobachten. Noch ein Stück weiter ist eine weitere Seeelefanten-Kolonie. Viele hunderte Tiere verteilen sich am Strand. Ein toller Übernachtungsplatz ist Los Pardelas, dort standen wir viele Tage direkt an der Bucht mit perfektem Ausblick auf die Wale, die sehr zahlreich hier her kommen. Zum Greifen nah schwammen sie an uns vorbei, viele hundert Fotos haben wir gemacht. Atemberaubend sind die Sprünge der sanften Riesen. Unglaubliche Ausmaße (Süd kaper 15-18m lang 50-60 Tonnen schwer!!!) bewegen sich scheinbar leicht durchs Wasser. Außerhalb des Parks gibt es noch den Punta Ninfas, dort ca. 80 m über dem Strand hatten wir einen tollen Ausblick auf den Atlantik. Direkt unterhalb der Klippen fanden wir weitere Seeelefanten, wir liefen direkt an den imposanten Tieren vorbei. Neugeborene, kleine Kämpfe zwischen den Bullen (ca. 4 Tonnen schwer) und die Versorgung des Nachwuchses konnten wir sehr nahe beobachten. Dort machten wir auch Bekanntschaft mit Michele und Kudi aus der Schweiz, ebenfalls mit einem MAN unterwegs. Sie haben ein riesiges Wissen über Vögel, auf ihren vielen Reisen haben sie schon über 3.000 Stück beobachtet. Mit Beiden ist eine Freundschaft entstanden, wir trafen sie nochmals bei unserem zweiten Besuch im Nationalpark. Da sie ähnliche Planungen wie wir haben, hoffen wir auf ein baldiges Wiedersehen. Das Wetter war sehr wechselhaft. Schöne, warme aber auch nasskalte Tage mit einem meistens kräftig wehenden Wind. Der Tierreichtum rund um Puerto Madryn war ein großer Höhepunkt auf unserer bisherigen Reise. Da die Probleme mit dem Katalysator weitere Schäden nach sich ziehen könnten, und wir die defekte Beifahrer-Seitenscheibe ersetzen wollen machen wir einen Umweg nach Chile. Puerto Montt ist die nächste MAN-Werkstatt. Rund 1.000 km entfernt. Das Problem mit den Michelin-Reifen haben wir noch nicht ganz gelöst, allerdings haben wir Hilfe von einem sehr netten Deutschen Auswanderer. Dieser versucht, gemeinsam mit uns, bis zum April nächsten Jahres 4 neue Pneus zu organisieren. MAN hatte uns zunächst ein Angebot gemacht, dieses war allerdings preislich doppelt so hoch wie normal. Wir hatten ja schon in unserem letzten Reisebericht von den Fahrkünstlern geschrieben, zwischenzeitlich durften wir auch öfters bei Reparaturen mit unserem Werkzeug helfen. Gerne fahren die Einheimischen mit ihrem Gefährt an den Strand … dann sind Abschleppseil und gute Ratschläge von uns gern gesehen.
Peninsula Valdés, Region Chubut in Argentinien Freitag 06.10.2011, 13.00 Uhr Wolken-Sonnen-Mix mit Wind-Böen tagsüber 15° nachts 10°
Der nächste Reisebericht folgt in ca. 3 Monaten, dann haben wir hoffentlich die Reparaturen erledigt und können unsere Ziele im Süden ansteuern.
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1. Reisebericht Argentinien 05.08.2011
Reiseroute: 4.200 km durch Argentinien
Gesamt: 69.700 km davon Südamerika 4.200
Übernachtungen: wenige Campingplätze, vorwiegend wild da unbegrenztes Angebot
Visa: Nein, der Aufenthalt von 3 Monaten kann ohne Einschränkungen durch die Aus + Einreise verlängert werden
Straßenzustand: Teerstraßen gut, Nebenstraßen Erd- oder Steinpisten meistens gut
Geld: Argentinischer Peso
Preise-Versorgung: Dieselpreise - Eurodiesel in Argentinien 0,85€ im Schnitt, auf dem Land nicht immer verfügbar; gute Rotweine zu sehr günstigen Preisen; sehr gutes Fleisch; gute Bondiola, Schinken, Salami und Käse – Auswahl geprägt durch die südeuropäischen Einwanderer; auch die deutsche Küche ist vertreten; viele kleine Läden allerdings auch große Supermärkte, Öffnungszeiten insbesondere die Siesta beachten, Obst- und Gemüsestände werden zahlreich durch die indigenen Einwohner (indianische Urbevölkerung) geführt
Besonderheiten: hektische Städte, große Entfernungen, einzigartige Landschaften, freundliche zurückhaltende Menschen
In unserem ersten Reisebericht aus Südamerika – Argentinien beschreiben wir die Zeit in Buenos Aires, die Ausschiffung unseres Mobiles in Zarate und die ersten KM durch Argentinien
Mit Malaysia- Airlines haben wir einen günstigen Flug von Kapstadt nach Buenos Aires (BsAs) bekommen. Die riesige Stadt erschlägt einen zunächst … wir fahren einige Kilometer vom Flughafen bis zu unserem Apartment. Unzählige Vororte und Viertel, nicht gerade die schönsten Bezirke … unsere ersten Eindrücke nach der langen Zeit in Afrika sind gemischt. Zum einen freuen wir uns auf Neues anderseits haben wir uns in Afrika schon fast eingelebt … dann noch die Sprache … Castellano … ein Mixtur aus spanisch-italienisch mit weichem Akzent. Englisch sprechen die wenigsten Argentinier gerne … manchmal einige Worte auf Deutsch. Unser Apartment liegt im Zentrum Plaza de Mayo, viele Sehenswürdigkeiten sind so für uns zu Fuß erreichbar. Unterschätzt haben wir den Verkehr in der Innenstadt. Es gibt zwar wenige Straßen die für Fußgänger reserviert sind, allerdings dominieren die Fahrzeuge überall. So hüpfen wir einige Male schnell vor dem herannahenden Gefährt über die Straße. Mehrere Tausend qualmende Busse und Taxen donnern herum. Selbst die Sehenswürdigkeiten sind dadurch manchmal nur im dichten Smoke zu erkennen. Unter der Woche sind auch die Fußgängerzonen brechend voll, viele gut gekleidete Büroangestellte hetzen herum, gemischt mit indianischen Straßenverkäufern die auf ausgebreiteten Decken ihre Waren anbieten. Bis spät in die Nacht tobt dann noch die Müllabfuhr. Papier ist eine kleine Einnahmequelle für die ärmere Bevölkerung. So wird nach dem Geschäftsschluss der Müll auf die Straße geworfen und die wertvollsten Sachen heraus gesucht. Nachdem wir uns etwas an das sehr laute und hektische Stadtleben gewöhnt haben können wir die vielen Sehenswürdigkeiten besser genießen. Unzählige Kirchen und ehrwürdige Gebäude, außerdem schöne Plätze im Viertel San Telmo und die unzähligen Cafés. Tango dominiert neben den vielen Verkaufsständen am Sonntag die Straßen. Sehr typisch ist auch das alte Hafengebiet in La Boca. Aufgefallen sind uns die vielen Antiquitäten-Geschäfte, sehr schöne Dinge schlummern hier. Die indigene Bevölkerung bietet schöne Strickwaren und selbst erstellte Suveniers. Mate – Tee ist das Hauptgetränk vieler … täglicher Begleiter ist eine Gefäß in dem der grünliche Tee mit heißem Wasser aufgebrüht wird. Unter Freunden wird es dann herumgereicht und immer aufgebrüht. Unser Geschmack ist es nicht … bitter trinken es die Überzeugten, manche auch mit Zucker. Nett sind die typischen Grillrestaurants, in denen wir die tolle Fleischqualität vom Holzgrill und gute Rotweine genießen. Asado heißt die Zeremonie die bei vielen Familien den ganzen Sonntag dauern. So werden allerlei verschiedene Fleischstücke und Innereien gegrillt und in netter Runde genossen. Zwei sehr schöne Ausflüge, einen nach Tigre ein großes Flussdelta und einen nach Colonia in Uruguay mit gutem kolonialen Flair können wir empfehlen. Beide sind leicht zu organisieren und wechseln das Stadtleben sehr gut ab. Für den gefüllten Geldbeutel empfiehlt sich das neue Hafen-Viertel Puerto Madero sowie die Viertel für die Betuchteren Recoleta und Palermo. Vieles, vieles mehr könnten wir berichten … nicht zu vergessen das kleine chinesische Viertel und die vielen Demonstrationen.
Ausschiffung, über das Internet haben wir das Transportschiff mit unserem Mobil verfolgt … endlich am 20.06. die Nachricht das es im Hafen von Zarate ca. 90 km von Bs As angekommen ist. Zuvor mussten wir noch einiges an Papierkram erledigen. U.a. wird eine Haftpflicht-Versicherung für ausländische Fahrzeuge gefordert. Durch die hohe Inflation von über 40% wurden die Prämien drastisch angehoben … außerdem sind Hafen und Agenten Gebühren zu begleichen und viele Papiere zur Einfuhr aus zu füllen. Nach 2 Tagen konnten wir dann endlich unseren MAN unversehrt übernehmen, nix geklaut und fährt noch? Fast … die Batterie war leer. Doch am Hafen ist man dies gewöhnt, schnell wurde Starthilfe geleistet. Verwundert hat uns nur die nicht vorhandene Fahrkunst des Hafenmeisters, da man selbst das Fahrzeug nicht aus dem Sicherheitsbereich fahren darf machen dies die Profis … OHHHH JEHHHH … nach mehrmaligen Versuchen haben wir den netten Herren dann etwas unterstützt. Unterm Strich sind wir glücklich und froh unsere Tour fortsetzen zu können. Auf einem Rastplatz machen wir uns reisefertig.
Unser erstes Ziel ist Villa General Belgrano, südlich von Cordoba. Hier haben deutsche Einwanderer eine Touristen – Attraktion geschaffen. Das ganze Dorf ist mit deutschem Ambiente. Natürlich Bier, Apfelstrudel, dunkles Brot und unglaubliche viele Souvenirs. Von der deutschen Fahne bis zum Bierkrug wird alles angeboten. Traditionelle Weihnachtsmusik dudelt täglich auf die Besucher ein. Außerdem gibt es ein Alpenmilchschokoladenfest, ein Schwarzwälder-Tortenfest und natürlich das Oktoberfest. Für uns sehr lustig anzuschauen wie Good-Old-Germany hier professionell vermarktet wird. Unsere Hoffnungen, nach so viel argentinischer Kost, auf einige deutsche Spezialitäten wurden nur teilweise erfüllt. Die Preise sind leider auch sehr deutsch. In Belgrano übernachten wir auf dem Campingplatz La Florida, ein guter Treffpunkt für Reisende. Im Garten sind Papageien und Kolibris. Da im Süd-Winter keine Saison ist holen wir uns wichtige Infos auch noch über Internet-Bekanntschaften.
Cordoba nutzen wir für Einkäufe. Quer durch die Stadt auch zum Michelin – Händler … unsere Reifengröße ist in Argentinien leider nicht verfügbar. Trotz mehrerer Versuche auch direkt über Michelin haben wir keinen Erfolg. Unsere nächste Hoffnung ist Chile dort soll unsere Größe bei Feuerwehrfahrzeugen verwendet werden.
Die ersten Naturschönheiten finden wir in den Bergketten nahe Cordoba … unsere ersten Kondore kreisen direkt über uns. Einige hundert KM weiter folgen das Valle de Luna, eine außergewöhnliche Mondlandschaft und Skelette von Dinosauriern. Talampaya heißt trockenes Tal und ist ein schöner Canyon. Tolle Felsskulpturen geformt von Wind und Wetter. Außerdem interessante Felszeichnungen. Der Besuch ist jeweils nur über eine geführte Tour möglich. Übernachten konnten wir jeweils bei den Rangern am Eingang. Die Zorros = Füchse und kleine Greifvögel sehen wir häufig. Seltener sind die Pampas-Hasen = Maras, Guanakos = eine Lama-Art und die Nandus = kleiner Strauß.
Über die Cuesto de Miranda eine sehr schöne, enge und kurvenreiche Berg- und Talfahrt geht es weiter in die Anden. Die ersten schneebedeckten Gipfel sind sichtbar. Auf unserer Fahrt kommen wir am Famatina ein 6000er Gebirge vorbei. Unterwegs kaufen wir noch köstliches Apfelmus in einem kleinen Farmladen. Unser Ziel bei den kühlen Temperaturen sind die heißen Quellen Termas de Fiambala, diese liegen sehr schön in den Anden. Bei 40° warmem BADE-Wasser entspannen wir einige Tage.
Richtung La Rioja geht unsere Fahrt durch ländliches Gebiet, Oliven und Wein soweit das Auge reicht. Außerdem jede Menge Papageien. Zwitschernd sind sie in Gruppen auf Nahrungssuche. Auch wir versorgen uns unterwegs immer mit den örtlichen Köstlichkeiten. Nochmals vorbei am Valle de Luna geht es ins Valle Fertil, dort ist der Ziegenkäse eine leckere Spezialität.
Unterwegs haben wir an den kleinen Tankstellen die ersten Fahrzeugschlangen gesehen, Versorgungsprobleme … ein Streik der LKW Fahrer. Eine Woche das gleiche Bild … wir hören von den Einheimischen die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen seien der Grund. Insbesondere die Teil-Staatliche YPF Gruppe ist betroffen. Bei den Kollegen von Shell scheint es keine Probleme zu geben … dort bilden sich allerdings lange Schlangen an der Gas-Tankstelle. Einen Argentinier aus dem Norden treffen wir und er berichtet uns von großen Versorgungsproblemen in seinem Heimatbereich.
Unterwegs halten wir bei Difunta Correa einer sehr verehrten Legende. Viele persönliche Dinge hinterlassen die vielen Besucher bei ihren Schutz-Heiligen. Schon früher sind uns an der Straße die kleinen Gebilde aufgefallen. Mit Blumen und bunten Bändern sind sie geschmückt. Außerdem mit Wasser gefüllten Flaschen sollen anderen Reisenden in Not helfen.
Über San Juan führt unser Weg über die gute Schotterpiste nach Uspallata die Kreuzung zwischen Chile und Mendoza. Unterwegs übernachten an einzigartigen Plätzen mit Blick auf die schneebedeckten Anden. Tagsüber ist es sonnig bei ca. 15°, nachts meistens um den Gefrierpunkt. Ein toller Sternenhimmel ist hier in der klaren Nacht zu bewundern. Einen Stopp machen wir im Naturpark El Leoncito = kleiner Puma. Diesen finden wir nicht allerdings einen schönen kleinen Wasserfall mit Eiszapfen und einen schönen Rundwanderweg. Nachts besuchen wir das Observatorium … wir wollen Sterne gucken … da die Zufahrt sehr schmal ist beschließen wir den Berg am Abend hoch zu wandern. Der eisige Wind hilft beim schnelleren laufen. Leider nur durch ein kleines Teleskop versuchen wir die leuchtenden Punkte zu finden. Die Erklärungen dazu sind sehr interessant. Fast 2 Stunden in eisiger Kälte … für den Rückweg suchen wir uns einen Pick-Up aus, hier sind glücklicherweise noch 2 Plätze für uns frei. Die leuchtenden schneebedeckten Anden-Bergspitzen am nächsten Morgen entschädigen für die eiskalte Nachtaktion.
In Uspallata machen wir einen kurzen Stopp zum einkaufen, wir treffen zufällig auf ein Brasilianisch-Französisches Paar mit Tochter im Renault-Truck. Fernanda, Jean Louis und Ana Clara sind seit 7 Monaten unterwegs. Da wir in entgegengesetzten Richtungen unterwegs ist unser treffen nur kurz. Von Uspallata gibt es 2 Wege nach Mendoza, wir fahren die Nordroute über den Mineralwasser - Ort Villavicencio. Die Strecke ist eine Meisterleistung der Serpentinen-Bauer. Große Höhenunterschiede werden über kleine Fahrspuren überwunden. Wir sind glücklich nur wenig Gegenverkehr zu haben. Der Wind bläst unerbittlich. Der Ausblick auf den höchsten Berg Amerikas den Aconcagua bleibt uns leider an diesem Tag verwehrt.
Auf Grund der sehr kühlen Witterung beschließen wir noch einen Abstecher in die Termas nahe Mendoza zu machen, unterwegs treffen wir auf unsere Bekanntschaft im Renault – Truck. Sie haben das gleiche Ziel und so verbringen wir den Tag gemeinsam im warmen Wasser. Am Abend sind wir zum Essen eingeladen und treffen uns an einem Picknick Platz. Wir tauschen Infos über die Reise in allen Sprachen aus. In sehr lustiger Runde genießen wir einige Flaschen Rotwein. Es beginnt zu schneien … die Polizei besucht uns um auf die Gefahr von Glatteis am nächsten Morgen hin zu weisen. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns … vielleicht treffen wir uns nochmal in einigen Wochen.
Für uns heißt es jetzt auf zu den Bodegas … wie bereits in Südafrika wollen wir auch in Argentinien direkt an der Quelle testen. Die ersten Versuche die Weingüter zu besuchen scheitern allerdings, nicht alle sind für Besucher gerüstet. Wie Hochsicherheitsbereiche sind sie abgeschirmt. Einlass-Kontrolle und feste Öffnungszeiten. Natürlich muss die Siesta eingehalten werden. Bei der großen Bodega Salentein haben wir mehr Glück … ein Weintempel aller erster Güte. Einen tollen Übernachtungsplatz finden wir im schönen Valle de Uca mit Blick auf den schneebedeckten Vulcan Tupungato.
Nächster Ziel ist San Rafael, dort kaufen wir bei der Bodega Bianchi, einem Italiener, noch einige gute Tropfen und fahren weiter an einen Stausee. In Argentinien wird zur Stromgewinnung auf Wasserkraft gesetzt. So sind die vielen Stauseen entstanden. Der Canyon Atuel umfasst einige kleinere Seen und endet nach ca. 60 km an einem großen See El Nihuil. Unterwegs übernachten wir im Canyon und am nächsten Tag am Stausee. Die Fahrt ist wunderbar und führt vorbei an farbigen Felsen. Der Canyon ist recht eng und wird bei viel Wasser für Rafting genutzt. Am höchsten Punkt der Strecke haben wir einen gigantischen Blick über den grünen See und die bunten Hügel die ins Wasser ragen.
Zurück nach Mendoza, für unser nächstes Ziel Mittel-Chile wollen wir noch einige Vorbereitungen treffen. Unsere Fahrt wird unsere erste Anden-Überquerung. Diesmal hoffen wir einen Blick auf den höchsten Berg Amerikas den Aconcagua erhaschen zu können …
Sonstiges …
Die Menschen auf unserer bisherigen Reise durch Argentinien sind sehr freundlich und sehr zurückhaltend. Trotz der neugierigen Blicke kommen Sie selten auf uns zu. Erst auf unsere Initiative kommt es zum Gespräch … etwas Spanisch/Castellano von uns bricht dann die Hürde. Insbesondere die indigenen Einwohner winken uns häufig zu.
Polizei und Gendarmerie, trotz vieler Kontrollposten werden wir nur sehr selten angehalten … bei den Stopps kommen wir freundlich mit „no espanol“ sehr gut durch. Auf Fragen antworten wir freundlich mit „no gracias“ … auch 2 zaghafte Versuche einige Pesos von uns zu bekommen beantworten wir noch freundlicher mit „no gracias“ … wir können doch keine Pesos annehmen J
Es gibt mehrere Obst-Kontrollen meistens an den Provinzgrenzen … auch hier kommen wir mit „no gracias“ gut durch. Einmal müssen wir den Kühlschrank öffnen und durch ein trockenes Desinfektionsbecken fahren. Die Wirkung eines Desinfektionsbecken ohne Desinfektionsmittel kennen wir nicht … dafür mussten wir allerdings umgerechnet 1,20€ bezahlen. Da alle Fahrzeuge durch mussten haben wir das Spiel auch mit gemacht.
Fahrkünstler … bereits in BsAs ist uns der Fahrstil aufgefallen … meistens mit hoher Geschwindigkeit oder ganz langsam … nachts manchmal ohne Licht … tagsüber ist Licht Pflicht. Die schönen alten Gefährte laufen oft mit Gas … kurz vor dem auseinanderfallen sind sie für uns eine Augenweide. Ein- und Ausgeparkt wird oft mit Stoßstangenkontakt … deshalb verwundern die vielen Beulen oder fehlenden Lichter auch nicht. Überholt wird an unübersichtlichen Stellen und die Geschwindigkeitsbegrenzung nimmt niemand so recht ernst. Wir haben uns schon in Afrika angewöhnt für die „Gegenseite“ mit zu denken und hoffen dass dies auch die nächsten KM gut funktioniert …
hasta luego aus dem winterlichen
Mendoza, Samstag 06.08.2011, um 15.00 Uhr … nach deutscher Zeit 20.00 Uhr
Sonne tagsüber 15° nachts 0°
Der nächste Reisebericht folgt in ca. 3 Monaten.
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